„Hier atmen die Leute nur Luft, aber dort atmen wir die Heimat – das bringt unsere Seele zurück.“
Es beginnt mit einem Geruch. Vielleicht Kardamom, vielleicht der Geruch von Reis, vielleicht etwas, das Sie seit Jahren nicht mehr gerochen haben und das plötzlich einen ganzen Raum in Ihnen öffnet.
So beginnt Baraza – nicht mit einer Erklärung, sondern mit einem ersten Löffel, der Sie für einen Moment irgendwo ankommen lässt.
Baraza, auf Suaheli der Platz vor dem Haus, ist der Ort, an dem die Nachbarschaft zusammenkommt, ohne dass jemand dazu einlädt. Wo gekocht und gegessen wird, wo Geschichten erzählt und Konflikte verhandelt werden, wo Gemeinschaft nicht geplant wird, sondern einfach passiert.
Genau diesen Ort haben wir mitten ins Rautenstrauch-Joest-Museum getragen – als Teil der Ausstellung „return“, als eigenständige soziokünstlerische Installation und Interpretation.
Wir zeigen nichts. Wir stellen niemanden aus. Unsere Kunst ist der Augenblick selbst: der flüchtige, unwiederholbare Moment der Begegnung.
Kommen Sie, wie Sie sind. Bleiben Sie, solange Sie mögen. An unserem Tisch gibt es keine Gäste und keine Gastgebenden – nur Menschen, die sich gerade noch nicht kannten.
Jeden Tag wird bei uns gekocht, serviert, erzählt. Unser Team bewirtschaftet den Platz mit dem, was gerade auf dem Herd steht – gegen eine freiwillige Spende, denn Baraza gehört niemandem und deshalb allen.
Setzen Sie sich dazu. Bringen Sie mit, was Sie mögen. Fragen Sie nach dem Rezept, wenn Ihnen etwas schmeckt, das Sie an etwas erinnert.
Bei uns im Raum liegen noch leere Rezeptzettel aus, die auf Sie warten. Ein offenes Rezeptbuch, in das Besucherinnen und Besucher eintragen, was sie bewegt – ein Gericht, eine Erinnerung, ein Satz, der nach Zuhause schmeckt.
Was digital eingetragen wird, erscheint als Projektion im Raum: Worte schweben über den Tischen wie Gerüche aus vergangenen Küchen. Am Ende der Ausstellung wird daraus ein Buch, das bleibt, wenn wir längst weitergezogen sind.
An den Wochenenden und an den ersten Donnerstagen im Monat, dem KölnTag, verwandelt sich Baraza. Kölner Kunstschaffende kochen Biografien in Gerichte, erzählen sie in Zutaten. Es wird gelesen, gesungen, gesprochen, Poetry Slam.
Die Grenze zwischen Bühne und Tisch verschwimmt – wie es sich für einen echten Baraza gehört, an dem niemand nur zuschaut.
Was schmeckt bei Ihnen nach Zuhause?
Vielleicht ein Gericht Ihrer Großmutter. Vielleicht etwas, das Sie sich selbst beigebracht haben, weil niemand mehr da war, der es Ihnen zeigen konnte. Vielleicht eine Erinnerung, die gar kein Rezept ist, sondern nur ein Geruch, ein Satz, ein Bild.
Schreiben Sie es uns. Es wird Teil von etwas, das größer ist als wir alle.